Montag, 11. Juni 2012

Ein Zombie hing am Glockenseil (1980)


Dunwich - Ein Priester erhängt sich auf dem örtlichen Friedhof und öffnet somit das Tor zur Hölle. Die junge Mary, die in einer ihrer spirituellen Reisen genau das sieht, ahnt das bevorstehende Unheil und macht sich mit dem Journalisten Peter auf die Suche nach dem unbekannten Ort Dunwich, der das antike Salem gewesen sein soll. Sie müssen das Tor rechtzeitig schließen, um den Untergang durch die Höllengeschöpfe zu verhindern.


Lucio Fulci, seines Zeichens Regisseur von Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies, schafft es auch hier, durch allerlei Mittel einen sehr spannenden Film auf die Beine zu stellen, der jedoch entgegen des suggestiven Titels kein waschechter Zombiestreifen ist. Natürlich erheben sich auch hier die Untoten aus ihrem Grab, allerdings machen eben diese nur einen kleinen Teil des Films aus. Zudem gibt es hier keine klassische Darstellung eines Zombies, sondern vielmehr eine übernatürliche, verrottende Inkarnation des Bösen. Die madenbesetzten Hegel tauchen hier nämlich genauso schnell auf, wie sie verschwinden und werfen dem Zuschauer somit die Frage auf, ob es sich hierbei tatsächlich um Zombies, Geister oder einfach nur um Hirngespinste der Figuren im Film handelt.

Das eigentliche Herzstück des Films sind die vielen, oftmals nebeldurchzogenen Szenen an Schauplätzen wie dem Friedhof, dem Inneren einer Gruft und auch die Sicht der lebendig-begrabenen Mary innerhalb des Sarges ist eine Szene, die sich ins Gedächtnis brennt. Die Maden-Eskapade ist ebenso amüsant wie beeindruckend.
Ein weiterer Hauptbestandteil des Films sind die Fulci-typischen Gewaltszenen, in denen maßlos übertrieben und geekelt wird. Schädeldecken werden mit der Hand wie Gebäck zerdrückt, Gedärme werden ausgekotzt und dann gibt es auch noch die berühmte Bohrmaschinen-Szene, die in diesem Kontext allerdings mehr als lächerlich ist. Eine derartig brutale Form der Selbstjustiz ist einfach unglaubwürdig und war meines Erachtens nach nur ein Mittel zum Zweck. Die handwerkliche Professionalität kann man diesen Szenen jedoch nicht absprechen.


Wer von Paura nella città dei morti viventi (so der ital. Originaltitel) eine besonders gute Geschichte erwartet, der wird enttäuscht. Zwar zählt sich dieser Film ganz sicher nicht zu den gegenstandslosen Filmen, die nur wegen dem hohen Gehalt an Blut, Eingeweiden und Ekelzeugs sehenswert sind, dennoch gibt es in der Geschichte einige Lücken und vieles wird nicht ganz klar. Schauspielerisch bewegt sich der Film auf einem durchschnittlichen Niveau. Die Akteure sind durch die Bank weg ganz solide, neigen jedoch zum Overacting. Die deutsche Synchronisation ist ein schlechter Witz und wird der Bezeichnung "Porno-Synchro" mehr als gerecht. Der Originalton macht hierbei sehr viel Sinn.

Ein Zombie hing am Glockenseil ist also was für diejenigen, die auch mal auf eine grandiose Story verzichten können, dafür jedoch ein sehr stimmiges Bild geboten bekommen, für das besonders der tragende Soundtrack von Fabio Frizzi verantwortlich ist. Horrorfans kommen um diesen Klassiker sowieso nicht herum.


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